Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“ auf der DW-Liste „100 gute Bücher“

Foto Deutsche Welle

„100 gute Bücher“ lautet der Titel einer Liste, die Literaturkritiker*innen der Deutschen Welle zusammengestellt haben. Auf ihr versammeln sie eine Auswahl aus Romanen und Erzählungen von 1900 bis 2016 – die in englischer Übersetzung vorliegen. Darunter auch Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“. Deutsche Übersetzungen sind auf dem englischsprachigen Buchmarkt rar vertreten, daher soll die Liste einen Einstieg in die deutschen Literatur bieten und sie dem englischsprachigen Publikum schmackhaft machen. … 

 

Rückblick: 2. Spaziergang auf den Spuren Christa Wolfs in Berlin

  • Startpunkt der Tour: Der 6. Stock des HU-Gebäudes in der Dorotheenstraße 24, in dem Instituts für deutsche Literatur beheimatet ist - und von wo aus man einen idealen Blick gen Museumsinsel hat.

Am 26.10.2018 fand die Herbst-Ausgabe des Stadtspaziergangs auf den Spuren Christa Wolfs statt. Zwischen dem Institut für deutsche Literatur in der Dorotheenstraße 24, Startpunkt des Spaziergangs, und dem Grab Christa Wolfs auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, der Endpunkt, steuerte die Gruppe zwei weitere Wirkorte Christa Wolfs an.

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Stadtspaziergang auf den Spuren Christa Wolfs

(Foto: Stefanie Diez, Buchhandlung Die Insel)

AG-Mitglied Katharina liest am Grabe Christa Wolfs aus der Rede, die Günter Grass im Gedenken an Wolf hielt. (Foto: Stefanie Diez, Die Insel)

Innerhalb eines Umkreises von gut einem Kilometer gewährten textlich-literarische und historische Impulsvorträge der studentischen AG Christa Wolf Andernorts im wörtlichen Sinne Zu-Gänge zu Leben und Werk Christa Wolfs in Berlin. Vor der Kulisse Berlins machten die AG-Mitglieder die vielen Facetten der Autorin, politisch engagierten Bürgerin und Ehefrau „Christa Wolf“ an Original-Schauplätzen für die Tour-Teilnehmer*innen seh- und hörbar. Dabei zeigt sich einmal mehr: Leben und Werk sind bei Wolf stets verwoben und können nie getrennt gedacht werden.

 

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Flash-Performance in der Berliner S-Bahn

Am 16.02.2018 war es soweit: Mitglieder unserer AG Christa Wolf Andernorts trafen sich zu einer Art Mischung aus Flashmob und Performance, um den öffentlichen Raum zu literarisieren. Um das poetische Wort in den Alltag zu bringen und zu unerwarteter Zeit an einem unerwarteten Ort erklingen zu lassen. Und um Menschen zu überraschen, die sonst kein Interesse, keine Zeit, keine Konzentration mehr für das geschriebene Wort haben. … 

 

Luigi Cherubinis „Medea“ an der Stuttgarter Oper

Lady Hamilton als Medea

Lady Hamilton als Medea (George Romney, 1786)

Eine Flüchtende, gestrandet auf einem Schiff auf dem Weg in die Fremde, verlassen vom Ehemann, der sich – der Integration und sicheren Zukunft willen – neu verheiraten wird. Eine bigotte Gesellschaft, in der die Leidenschaftliche, Verlassene, keinen Platz hat. Eine Frau, die, ans Äußerste getrieben, ihrer Nebenbuhlerin und den Kindern den Tod wünscht. 431 v. Chr. – 2018. Medea. … 

 

Audiomitschnitt der Lesung „Medea.Stimmen“ mit Schauspielerin Gabriele Heinz

Am 9. Februar 2016 fand an der Humboldt-Universität eine Lesung mit der Schauspielerin Gabriele Heinz statt. Heinz, Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin, las im Transitraum/Heiner-Müller-Archiv der HU einige Passagen aus Christa Wolfs vielbeachtetem Roman „Medea. Stimmen“, der 1998 erschien. Sie war der Einladung der studentischen Arbeitsgruppe Christa Wolf Andernorts gefolgt, die sich mit dem literarischen Werk Christa Wolfs auseinandersetzt.

Die Veranstaltung ist hier im Audiomitschnitt nachhörbar.

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„Begegnungen mit Christa Wolf“: Gerhard Wolf und Maria Müller-Sommer im Gespräch

Am 01.03.2016 wurde die Gesprächsreihe „Begegnungen mit Christa Wolf“ der Christa Wolf Gesellschaft im Brecht-Forum fortgesetzt. Gerhard Wolf, Essayist, Publizist und Ehemann Christa Wolfs, tauschte sich mit Maria Müller-Sommer, langjährige Freundin der Wolfs und als Verlagsleiterin des Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs auch zuständig für die Aufführungsrechte für das Werk Wolfs, über die Umstände ihrer Begegnungen miteinander und die Hintergründe einer lebenslangen Freundschaft aus.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier auf der Seite der Christa Wolf Gesellschaft.

In der Gesprächsreihe „Begegnungen mit Christa Wolf“ nähern sich ZeitgenossInnen und WeggefährtInnen, WissenschaftlerInnen und SchriftstellerkollegInnen, Gleichaltrige und Jüngere auf die ihnen jeweils gemäße Weise der Person und dem Werk Christa Wolfs. Die Gespräche bieten Raum sowohl für eine persönliche als auch für eine literarische oder wissenschaftliche “Begegnung”.

Weitere Termine:

19.04.2016, 20 Uhr: Annett Gröschner und Charlotte Misselwitz im Gespräch, moderiert von Birgit Dahlke (Literarurforum im Brechthaus)

24.11. 2016, 20 Uhr: Katja Lange-Müller und Tanja Dückers im Gespräch, moderiert von Therese Hörnigk (Literarurforum im Brechthaus)

15.12.2016, 20 Uhr: Alain Lance und Volker Braun im Gespräch, moderiert von Therese Hörnigk (Literaturforum im Brechthaus)

 

Umberto Eco gestorben

Es war einmal ein spitzfindiger, cleverer Mönch und sein nicht ganz so cleverer Novize, die einen Mörder suchen – na, schon erkannt, um wen es sich handelt? Ein weiterer Tipp: Wir befinden uns in einer norditalienischen Abtei, anno 1327. Genau:  um den Mönch William von Baskerville und seinen Novizen Adson von Melk, die Protagonisten des Romans „Der Name der Rose“. Vor 36 Jahren debütierte Umberto Eco mit diesem (oberflächlich betrachtet) Historienroman (im Original: „Il nome della rosa“) und landete auf Anhieb einen Welterfolg. Am Freitag, 19.02., ist Eco nun im Alter von 84 Jahren seinem Krebsleiden erlegen.

Der in Alessandria, Piemont, geborene Gelehrte (und bei ihm ist dieses Wort keine leere Worthülse!) interessierte sich ohne Einschränkungen für unterschiedlichste Gebiete der Wissenschaft, Kunst, Kultur und Politik. Auf dem Gebiet der Literaturwissenschaft entwickelte der Semiotiker in zahlreichen Büchern und Essays die Zeichenlehre maßgeblich weiter und prägte den Begriff des „offenen Kunstwerks“. Dafür erlangte er in Fachkreisen – und darüber hinaus – hohes Ansehen. Als linksliberaler Intellektueller war er das mahnende Gewissen Italiens, das sich nicht scheute, seine Meinung in regelmäßig erscheinenden Kolumnen in den Medien kundzutun. Als Schriftsteller gelang es ihm, sein umfassendes Wissen mit einem spannenden Schreibstil zu kombinieren. Eine Mischung, die nicht zuletzt „Der Name der Rose“ zum Welt-Bestseller machte. Ecos besonderes Verdienst war, dass er dabei nie eine Grenze zwischen Populärkultur und Anspruch zog (wofür er von Kritikern durchaus getadelt wurde), sondern dass er offen blieb für Impulse aus allen „Richtungen“. Mit ihm verliert der akademische wie auch der literarische Betrieb eine stets zum Nachdenken anregende Stimme und auch der italienischen Gesellschaft werden seine pointierten Gedanken fehlen.

Auf seiner Webseite finden sich Informationen zu Leben und Werk Umberto Ecos auf Italienisch oder Englisch.

Noch im vergangenen Jahr äußerte Eco in dieser dreiteiligen Interviewserie seine Gedanken zum Thema „Erinnerung“. Merk-würdig.