Veranstaltung: Ein Weibertreff zu Christa Wolf – Film und Diskussion am 4.11.2017

Als Christa Wolf im Februar 1986 ihre Kolleginnen und Freundinnen zu einem „Weibertreff“ zusammen kommen ließ, sollte dies nur der Beginn der ab da monatlich stattfindenen Frauentreffen sein. Um kollegialen Austausch und gegenseitige Unterstützung sollte es gehen, um ein miteinander ins Gespräch kommen, sich kritisieren, aber auch ermutigen und nicht zuletzt gemeinsam die brennenden Fragen der Zeit zu diskutieren und Handlungsspielräume auszuloten.

Eben jene Tradition möchte das Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung nun am 4.11.2017 weiterführen. Ganz im Sinne Christa Wolfs wird in persönlicher Runde zum gemeinsamen Essen und zum politisch-privaten Austausch geladen. Als Auftakt wird der Film „Zeitschleifen. Im Dialog mit Christa Wolf“ (1991) gezeigt, der Fragen zu Konfliktfähigkeit, Widerstandsbewusstsein oder Desillusionierung und den menschlichen Umgang damit aufwirft und so auch einen Bogen in unsere Gegenwart spannt.

Die Veranstaltung findet ab 16 Uhr im Frauenzentrum Paula Panke e.V, Schulstraße 25, 13187 Berlin statt.

*Alle weiblichen Identitäten sind willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei, ein kleiner Buffetbeitrag erbeten. Anmeldungen sind noch bis zum 2.11. unter folgendem Link möglich.

Den Link zur Veranstaltungsseite gibt es hier.

 

 

Christa Wolfs Berlin

Berliner Silhouette

Heute ist Berlin die „Hauptstadt Deutschlands“ – ganz Deutschlands wohlgemerkt. Doch das war nicht immer so. Zur Zeit der Teilung war Berlin zwar Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, der Regierungssitz der Bundesrepublik saß allerdings in Bonn. Wie keine andere deutsche Stadt verkörpert Berlin die vierzigjährige Teilung Deutschlands. Die Autorin Christa Wolf lebte länger als die Hälfte ihres Lebens in (Ost-)Berlin.

Noch bevor Wolf zu großer schriftstellerischer Berühmtheit gelangt, zieht sie im Spätsommer 1962 „fluchtartig“ kurz nach dem Mauerbau in die Hauptstadt der DDR bzw. an deren Rand nach Kleinmachnow bei Berlin.

„Ist es selbstsüchtig, dass wir beinahe fluchtartig aus Halle weggezogen sind, die Kinder aus ihren gewohnten Umgebungen herausgerissen haben? Aber der alte Hausarzt, der immer Schwitzpackungen verordnete, hat uns gesagt: Wenn sie vermeiden wollen, dass die Bronchitis Ihrer Kinder chronisch wird, müssen Sie hier wegziehen. Weg aus Chemie- und Nebelgebiet. Hierher in die gute Luft […] von Berlin. Wo ich, das muss ich mir zugeben, mich noch genauso fremd fühle wie die Kinder.“ (Eintrag aus Ein Tag im Jahr 1962, S. 48)

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David Bowie listet „Nachdenken über Christa T.“ als eines der 100 wichtigsten Bücher

David Bowie im Clockwork Orange-T-Shirt mit George Underwood. via

David Bowie im Clockwork Orange-T-Shirt mit George Underwood. Via

Der am 10. Januar 2016 in New York City verstorbene David Bowie ist seit seinem Tod wieder Gegenstand aller Feuilletons, unzähliger Blogeinträge und in aller Munde, Fotos, Videos und Kurzmeldungen rieseln durch die sozialen Netzwerke. Eine Welt nimmt damit Abschied von einem der bedeutendsten Musiker des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts, der gerade in den letzten zehn Jahren wieder einen enormen Popularitätsschub erfuhr. Ganze Generationen verehrten ihn nicht nur als Sänger, Musiker und Produzenten, sondern feierten auch sein androgyn-extravagantes Erscheinungsbild als „Ziggy Stardust“, das von vielen, vor allem in der LGBTIQ*-Gemeinschaft, als mutige Aufbrechung von Rollenklischees vergöttert wurde und wird. Erst 2014 war noch im Martin Gropius Bau in Berlin eine umfassende Retrospektive des Victoria & Albert Museum, London, zu sehen, die alle Facetten von David Bowies Schaffen multimedial und durch die Jahrzehnte hindurch zu beleuchten schaffte. Jedoch: David Bowie als Leser wurde nicht erwähnt oder gezeigt. … 

 

„Bücher, die ich machen wollte“ – Gerhard Wolf zu Besuch

 

Am 17. Juni ist Gerhard Wolf zu Gast beim studentischen Arbeitskreis Christa Wolf Andernorts an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im „Transitraum“, der das Archiv Heiner Müllers beherbergt, berichtet Wolf über die Gründung seines Verlages Janus press im Jahre 1991 und den damit einhergehenden Problemen und Fragen, die sich ihm und seiner Frau und Mitgründerin Christa Wolf nicht nur in den Anfangsjahren stellten.  …