Nachlese zur Salonlektüre zu „Medea. Stimmen“

Einmal im Monat treffen sich bei der Salonlektüre an der Humboldt-Universität zu Berlin Studierende, Dozenten und Interessierte, um ein Buch zu besprechen. Am 24.11.2015 stand Christa Wolfs „Medea. Stimmen“ auf dem Lektüreplan. Rund 12 Personen diskutierten an diesem Abend über ihre subjektiven Lesereindrücke, aber auch über Aspekte und Themen, die das Buch aufwirft, und die erzählerische Struktur des Werkes.

Basierend auf diesen Überlegungen hat Marina Brafa (Studentin an der HU und Mitglied der Christa Wolf Arbeitsgruppe, die dieses Blog betreibt) einen Essay verfasst, der hier abrufbar ist. Auf Kritik und Anregungen (gerne im Kommentarfeld) freut sich die Autorin.

 

Denkmal für Christa Wolf eingeweiht

Am 29.10.2015 wurde in Gorzów Wielkopolski, Polen, das Christa Wolf Denkmal „Nellys Bank“ eingeweiht. Landsberg an der Warthe ist der frühere, deutsche Name des heute polnischen Gorzów: es ist der Geburtsort Christa Wolfs, in den sich die Erzählerin in Kinheitsmuster zurück begibt. Das Denkmal ist eine Bronzestatue, die auf einer Bank sitzt. Ein junges Mädchen, das sich leicht nach vorne beugt und verhalten lächelt. Es ist die Figur Nelly Jordan  aus Kindheitsmuster. Medienvertreter werden später behaupten, es sei die junge Christa Wolf. … 

 

Gesungen, geschrieben, gedeutet. Die Lieder in „Stadt der Engel“ von Christa Wolf.

In Christa Wolfs letztem Roman „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr Freud“ (2010) geschieht neben etlichem Anderen das, worauf ich immer gehofft habe: Die Erzählerin gewährt Einlass in ihre musikalische Sozialisation. Die „Meditation“ namens „Dünn ist die Decke der Zivilisation“ über die Paukenmesse Haydns schrieb Wolf 1998; davor wie danach finden sich im Werk der Autorin seltenst Ausflüge in die Musik, die Rückschlüsse auf die Bedeutung von Musik in Leben und Werk Christa Wolfs zuließen, bis auf einige Stellen in ihrer Prosa, in denen sie Schallplatten erwähnt. Ausgerechnet in ihrem letzten großen Roman „Stadt der Engel“ finden sich über Seiten Liedtitel, scheinbar wahllos aneinander gereiht, die die Erzählerin in einer verzweifelten Nacht singt.
… 

 

Schenkung der Privatbibliothek von Christa und Gerhard Wolf an die HU

Die Familie Wolf überlässt der Humboldt Universität zu Berlin die umfangreiche Privatbibliothek von Christa Wolf und Gerhard Wolf zur wissenschaftlichen und öffentlichkeitswirksamen Nutzung. Am 3. September 2015 erfolgte die Beurkundung des Schenkungsvertrages. Die Humboldt-Universität nimmt die Schenkung zum Anlass, am Institut für deutsche Literatur eine Christa- und Gerhard-Wolf-Arbeitsstelle aufzubauen.

Ausführlichere Informationen bietet die Webseite der Christa Wolf Gesellschaft.

 

„Bücher, die ich machen wollte“ – Gerhard Wolf zu Besuch

 

Am 17. Juni ist Gerhard Wolf zu Gast beim studentischen Arbeitskreis Christa Wolf Andernorts an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im „Transitraum“, der das Archiv Heiner Müllers beherbergt, berichtet Wolf über die Gründung seines Verlages Janus press im Jahre 1991 und den damit einhergehenden Problemen und Fragen, die sich ihm und seiner Frau und Mitgründerin Christa Wolf nicht nur in den Anfangsjahren stellten.  … 

 

Armin Petras inszeniert „Der geteilte Himmel“

90 Minuten nimmt sich Armin Petras Zeit für Der geteilte Himmel. In diesen 1,5 Stunden inszeniert er die gleichnamige Erzählung Christa Wolfs  für die Berliner Schaubühne. Ob ihm das überzeugend gelingt, ist umstritten – die Kritiken sind verhalten. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, hat ab September wieder die Möglichkeit. (marb)

Rezension auf nachkritik.de

Rezension des Kulturradio des rbb

Website zu „Der geteilte Himmel“ bei der Berliner Schaubühne